Die Einrichtung des Eigenheims

Die Einrichtung des Eigenheims – darauf sollten Sie achten
Die meisten frischgebackenen Eigenheimbesitzer werden diejenigen Möbel, die bereits in ihrer bisherigen Wohnung waren, in ihr neues Zuhause mitnehmen. Kaum jemand kann es sich nach einem solchen finanziellen Kraftakt wie einem Hausbau leisten, sich neu einzurichten. Trotzdem sollten einige Kriterien beachtet werden, damit die Räume wohnlich wirken.

Das Wohnzimmer – Entspannung und Gesellschaft zugleich
Wohnzimmer einrichtenDas Wohnzimmer ist in der Regel der Treffpunkt der Familie. Hier sitzt man abends gemütlich zusammen und lädt Freunde auf ein Glas Wein ein. Dabei spielen zwei Merkmale eine Rolle: Der Raum soll sich einerseits dazu eignen, miteinander ins Gespräch zu kommen, andererseits möchten viele Menschen jedoch auch nicht auf den freien Blick auf ihr Fernsehgerät verzichten. Die beste Lösung ist hier ein Mix aus einem Sofa sowie einem oder auch mehreren Sesseln, die sich je nach Bedarf verschieben lassen. So kann eine Sitzgruppe als Rechteck angeordnet werden oder aber zum TV-Gerät hin ausgerichtet sein. Das Gerät sollte an einer Wand oder neben einem Fenster und in einem günstigen Abstand zu den Sitzmöbeln stehen, die für das Fernsehen genutzt werden. Dieser beträgt bei Flachbildschirmen etwa das Drei-bis Vierfache der Bildschirmhöhe.
Bei der Wahl des Sofas spielen die Wohnbedürfnisse die größte Rolle: Wenn auch Gäste übernachten sollen, es jedoch kein separates Gästezimmer gibt, empfiehlt sich ein Schlafsofa. Soll das Sofa nicht nur zum Sitzen, sondern auch mal für ein Schläfchen genutzt werden, sind nicht zu schmale Modelle geeigneter. Bei den Bezügen haben Kunden die Wahl zwischen Leder und Stoffen unterschiedlicher Qualitätsstufen und Pflegeeigenschaften.
Damit der Raum nicht langweilig und eintönig wirkt, sind ein paar Stilbrüche erlaubt: Ein modernes Bild über einer antiken Kommode lockert die Strenge des Möbelstücks auf.

Auch mit wenig Geld das Wohnzimmer gekonnt in Szene setzen
Mit einer effektvollen Wandfarbe lässt sich das Wohnzimmer geschickt aufwerten. Was Profis können, gelingt auch Laien mit einem kleinen Trick: Mithilfe eines Farbtableaus, das aus drei bis sechs Farbtönen besteht, die bereits im Wohnzimmer vorkommen, lässt sich herausfinden, welche Farbtöne hier dominieren. Der beste Effekt lässt sich mit drei Hauptfarben erzielen, die mit zwei Nebentönen sowie mit einer Kontrastfarbe kombiniert werden. Wer dann noch vorab sehen möchte, wie sich die Farbauswahl auswirkt, kann mit interaktiven Farbdesignern aus dem Internet einen Eindruck über die Wirkung der ausgewählten Farbtöne erhalten. Diese Tools sind auf den Webseiten von Baumärkten, Wohnzeitschriften oder Farbenherstellern zu finden und leicht zu bedienen.
Hängen Bilder so hoch, dass sie sitzend betrachtet werden können, kommen sie gerade im Wohnzimmer am besten zur Geltung. In sitzender Haltung wird dort die meiste Zeit verbracht, und niemand möchte von seinen guten Stücken in dieser Position nur die untere Hälfte sehen können.

Die Küche – der Wandel vom Arbeitsraum zum „2. Wohnzimmer“
Kaum ein Raum hat in den letzten Jahrzehnten eine so deutliche Veränderung durchgemacht wie die Küche. Die sog. „Frankfurter Küche“ war in den 1920er Jahren die erste Einbauküche, die für den Massenkonsum konzipiert wurde und mit 6,5 m2 auskam. Der Esstisch war so klein, dass dort zwei Personen nur eine kleine Mahlzeit einnehmen konnten. Das Funktionale hatte klar die Oberhand, der Raum war deutlich von den übrigen Zimmern abgetrennt.

Küche einrichtenHeute haben Küchen, wenn sie groß genug sind, einen großzügigen Esstisch, der auch Gästen Platz bietet. In immer mehr Wohnhäusern sind sie auch als Wohnküche konzipiert, sodass Küchen- und Wohnbereich ineinander übergehen. So sind Küchen häufig Treffpunkte, und oft werden hier auch Partys gefeiert. Neben diesen „weichen“ Kriterien sollten jedoch auch ganz praktische Überlegungen nicht zu kurz kommen. Wer die Küche oft zum Kochen nutzt, sollte auf kurze Wege achten. Planungsfehler lassen sich hier nur schwer kurzfristig wieder ausbügeln: Eine Einbauküche ist häufig so kostspielig, dass sie erst nach Jahrzehnten ausgetauscht wird. Darum empfehlen Küchenberater, den Raum in die verschiedenen Arbeitszonen aufzuteilen und je einen Bereich für die Vorbereitung, die Vorratshaltung, die Aufbewahrung, das Kochen sowie das Spülen vorzusehen. Diese Bereiche sollten so platziert sein, dass sie der Reihenfolge der üblichen Arbeitsschritte entsprechen. Außerdem sollten Dinge dort sein, wo sie benötigt werden, also z. B. Kochgeschirr, Backformen, Gewürze, Rührlöffel etc. in der Nähe des Herdes und Arbeits- und Essbesteck immer getrennt voneinander. Auch der Bedarf an Stauraum sollte bei der Küchenplanung realistisch überlegt werden.

Küchen lassen sich darüber hinaus sehr rückenschonend organisieren: Sowohl Backöfen als auch Geschirrspüler sind in aufrechter Haltung einfacher und praktischer zu bedienen. Fachleute empfehlen außerdem, nicht unbedingt die üblichen Unterschränke einzubauen: Sie können nur gebückt genutzt werden, zudem muss ihr Inhalt oft verrückt oder entnommen werden, um auch weiter hinten stehende Gegenstände zu erreichen. Sehr viel besser sind Schränke mit großen Auszügen, die einem Apothekerschrank ähneln: Ohne langes Suchen erschließt sich auf einen Blick, was sich in der jeweiligen Schublade befindet.
Auch auf die richtige Arbeitshöhe sollte geachtet werden: Die Arbeitsfläche sollte an die Körpergröße der Nutzer angepasst werden, damit schmerz- und ermüdungsfreies Kochen und Vorbereiten möglich ist.

Das Schlafzimmer – nur zum Ausruhen viel zu schade
Schlafzimmer einrichtenGanz klar: Das Zentrum des Schlafzimmers ist das Bett. Hier sollte überlegt werden, welche Eigenschaften sich seine Nutzer wünschen: Für Menschen, die gern im Bett lesen oder essen, ist ein verstellbarer Lattenrost optimal. Es gibt ihn mit einer mechanischen oder elektrischen Verstellfunktion, sodass man die Neigung des Kopf- und/oder Fußteils bequem per Knopfdruck regeln kann. Auch die Position des Bettes im Raum spielt eine Rolle: Es sollte nicht unmittelbar unter einem Fenster oder neben einer Zimmertür oder einem Heizkörper stehen.

Wenn das Schlafzimmer sehr klein ist, sollte die Anschaffung eines Bettes mit Schubladen überlegt werden. Hier wird der sonst verlorene Raum unter dem Möbelstück sehr gut genutzt und kann z. B. zur Aufbewahrung von Bettwäsche verwendet werden.

Die Schaffung von Stauraum ist manchmal auch im Schlafzimmer eine Herausforderung
Mit dem Stichwort „Stauraum“ kommt man zum Kleiderschrank. Auch hier ist das Platzangebot im Schlafzimmer ein Entscheidungskriterium: Ist der Raum eher klein, eignen sich sehr gut Schränke mit Schiebetüren. Wenn die Türen verspiegelt sind, kann Stell- oder Wandfläche für einen Ganzkörperspiegel gespart werden. Durch spezielle Schrank-Ordnungselemente wie beispielsweise ausziehbare Schubladen oder Sockenkörbe bleibt es im Schrankinneren ordentlich und übersichtlich.
Sofern genügend Platz vorhanden ist, ist ein begehbarer Kleiderschrank eine sehr komfortable Lösung. Begabte Heimwerker können ihn sich aus Gipskartonplatten und U- und Z-Profilen selbst herstellen und mit den nötigen Stangen, Regalen und einer geeigneten Beleuchtung ausstatten.

Die richtige Beleuchtung trägt zum Wohlbefinden bei
Damit ein ungestörter Schlaf gewährleistet ist, sollte sich das Schlafzimmer gut abdunkeln lassen. Im Fachhandel und in Baumärkten werden geeignete Rollos, Gardinen und Jalousien angeboten, die auch passgenau für ungewöhnliche Fensterformate angefertigt werden können.
Die Beleuchtung darf gerade im Schlafzimmer nicht zu grell sein. Die meisten Menschen bevorzugen hier eher sanftes Licht. Wer gern im Bett liest, sollte sich eine geeignete Leselampe aussuchen. Die Helligkeit von dimmbaren Modellen kann so geregelt werden, wie es gerade gebraucht wird: hell zum Lesen, schwach als Nachtlicht. Im Handel kann man sich zahlreiche Lampen vorführen lassen.

Das Kinderzimmer ist DER Multifunktionsraum eines Hauses
Kinderzimmer einrichtenBei der Gestaltung des Kinderzimmers ist zunächst entscheidend, wie alt das Kind ist, das den Raum bewohnen soll. Bei einem Baby genügen zunächst eine Wickelkommode, ein Kleiderschrank und ein Gitterbett. Praktisch sind Wickelkommoden, die sich später als normale Kommode weiternutzen lassen. Bei Gitterbetten sparen „mitwachsende“ Modelle, bei denen sich die Gitter entfernen lassen und die Liegefläche höhenverstellbar ist, den Kauf des nachfolgenden Bettes. Eltern sollten auf schadstofffreie Holzlasuren achten, da sehr kleine Kinder gern Dinge in den Mund nehmen.

Es ist wichtig, dem Kinderzimmer eine sanfte und angenehme Atmosphäre zu verschaffen, damit sich schon das Baby in „seinem Reich“ wohlfühlt. Das geht am besten mit hellen und freundlichen Farben, einem schönen Teppich und einigen fröhlichen Kuscheltieren.

Damit im Kinderzimmer keine Gefahren drohen, sind Sicherheitsvorkehrungen das A und O
Für viele Jahre spielt die Sicherheit im Kinderzimmer eine große Rolle. Möbel müssen kippsicher stehen und eventuell an den Wänden befestigt werden. Außerdem sollte bis ins höhere Kleinkindalter auf Ecken und scharfe Kanten verzichtet oder diese mit einem Schutzaufsatz versehen werden. Rutschende Teppiche sind ebenfalls oft die Ursache von schweren Stürzen. Hier helfen Antirutsch-Matten, um Verletzungen zu verhindern.
Ungesicherte Steckdosen haben auf viele Kinder eine große Anziehungskraft. Damit es nicht zu einem Stromunfall kommt, sollten sie gegen kindersichere Exemplare ausgetauscht oder mit einem speziellen Aufsatz versehen werden.

Das Kind entwickelt sich – das Kinderzimmer auch
Ist das Kind etwas größer, soll das Kinderzimmer sich natürlich auch verändern. Spätestens im Kindergartenalter entwickelt der Nachwuchs einen eigenen Geschmack und möchte sich an der Gestaltung ihres Zimmers beteiligen. Bei der Auswahl des Designs gibt es fast keine Grenzen: Schon bei den Betten reicht die Bandbreite vom Etagenbett für zwei Kinder bis hin zum Piraten-, Fußballer- oder Himmelbett. Die Auswahl orientiert sich am Platzangebot, dem Geschmack von Eltern und Kindern und natürlich auch am Preis.
Wenn die Kinder älter werden, wird ausreichender Stauraum immer wichtiger: Nicht nur die Kleidung soll ihren Platz haben, sondern auch Spielzeug, Bücher und später Computer oder Musikanlage. Das frühere Kinderzimmer wird allmählich zu einem Jugendzimmer, in dem nicht nur geschlafen oder für die Schule gelernt wird, sondern auch mal Partys gefeiert werden. Bei Teenagern ist der Geschmack der Eltern bei der Einrichtung meistens nicht mehr gefragt. Zusätzlich zu den Standard-Möbeln Schrank, Bett, Schreibtisch, Schreibtischstuhl und Regalen sollte auch eine Sitzecke Platz finden, um sich mit Freunden gemütlich im Zimmer aufhalten zu können. Für Übernachtungsgäste ist ein Schlafsofa eine praktische Anschaffung. Für kleine Räume kann ein Hochbett angeschafft werden, weil darunter etliche Möbel Platz finden.

HauswirtschaftsraumDer Hauswirtschaftsraum – von der „Rumpelkammer“ zum ansprechenden Arbeitszimmer
Wer die Möglichkeit hat, sich einen Hauswirtschaftsraum einzurichten, sollte sie nutzen: Hier können nicht nur große und relativ laute Haushaltsgeräte wie die Waschmaschine oder der Wäschetrockner aufgestellt werden, dieses Zimmer hilft darüber hinaus, im Haus Ordnung zu halten. Die Schmutz- und die Bügelwäsche kann hier unsichtbar vor fremden Blicken abgelegt werden, und es lassen sich auch ein Bügelbrett und eine Nähmaschine unterbringen. In einem Schrank lassen sich Besen und Staubsauger griffbereit aufbewahren. Da niemand außer den Familienmitgliedern hier Zutritt hat, kann deshalb z. B. auch ruhig eine angebrochene Näharbeit liegen gelassen werden. In diesem Zimmer lassen sich auch gut Dinge verstauen, die nicht in die Hände von Kindern gelangen sollen: Haushaltschemikalien finden hier ebenso ihren Platz wie das Werkzeug. Deshalb ist es sinnvoll, dass sich der Hauswirtschaftsraum abschließen lässt.
Praktisch ist es, wenn sich der Hauswirtschaftsraum direkt neben der Küche befindet, da er sich dann auch zur Lagerung von Lebensmitteln in der Tiefkühltruhe oder auf Regalen anbietet.

Aus diesen Gründen ist vor allem eins sehr wichtig: viel Stauraum. Optimal sind passend gefertigte Einbauschränke, die den vorhandenen Platz gut ausnutzen. Auch klappbare Möbel, die platzsparend zur Seite gestellt werden können, sind eine gute Wahl. In vielen Hauswirtschaftsräumen finden sich auch Wandschienen, an denen Kleiderstangen oder Trocknungsgitter befestigt sind. Die Großgeräte sollten nach Möglichkeit so aufgestellt werden, dass sie ohne eine Belastung des Rückens bedient werden können. Damit der Raum einfach gereinigt werden kann, sind feucht wischbare Bodenbeläge wie Fliesen oder PVC die erste Wahl.

Auch beim Hauswirtschaftsraum geht nichts über eine gute Planung
Damit ein Hauswirtschaftsraum möglichst gut genutzt werden kann, sollte er mit seinen künftigen Funktionen immer in die Bauplanung einbezogen werden. Damit es durch das Waschen und Trocknen der Wäsche nicht zu Schimmelbildung kommt, sind sowohl ein Fenster oder eine Außentür als auch die Möglichkeit, das Zimmer zu beheizen, ein Muss. Außerdem muss vorab überlegt werden, welche Geräte im Hauswirtschaftsraum aufgestellt und wo sie angeschlossen werden sollen. Nur so lassen sich eine sinnvolle Verlegung der Stromkabel, die richtige Position und Anzahl der Steckdosen sowie ein Wasseranschluss für die Waschmaschine und ein Waschbecken planen. Nichts spricht dagegen, den Hauswirtschaftsraum etwas wohnlich zu gestalten. Da in ihm viele Stunden verbracht werden, lässt sich die ansonsten sachliche Atmosphäre durch Wandbilder, schöne Vorhänge oder Topfpflanzen auflockern. Um alle Ansprüche und Wünsche an einen Hauswirtschaftsraum realisieren zu können, empfehlen Fachleute eine Größe zwischen 6 m² und 15 m².

Der Flur ist die Visitenkarte des Hauses
Flur einrichtenDer Flur ist der Raum, der zuerst betreten wird. Hier bekommen Besucher einen ersten Eindruck vom Gebäude, der dem beim Anblick eines Menschen ähnelt: In den ersten Sekunden entscheidet sich, ob das Haus „sympathisch“ wirkt. Dabei kommt es jedoch nicht darauf an, dass der Flur sehr groß und weitläufig sein muss, um zu beeindrucken.
Wichtig ist zunächst, dass man beim Betreten des Hauses wegen herumliegender Jacken und verstreuter Schuhe nicht den Eindruck hat, mitten im Chaos zu stehen. Darum sollte sowohl auf einen geschlossenen Garderobenschrank, eine offene Garderobenleiste oder –wand sowie einen Schuhschrank nicht verzichtet werden. Auch Regenschirme, Schals und Mützen sollten ihren festen Platz haben. Sofern der Flur groß genug ist, kann man ihm mit einer farbig abgesetzten Bank oder einem Sessel eine wohnliche Note geben. So hat man auch gleich einen Platz zum An- und Ausziehen der Schuhe geschaffen.

Helligkeit wertet einen Flur auf
Flure sind meistens sehr dunkel, weil sie keine Fenster haben. Dem „Höhleneffekt“ lässt sich jedoch sehr gut mit hellen und frischen Wandfarben sowie einer geschickt eingesetzten Beleuchtung entgegensteuern. Wenn die Möglichkeit besteht, sollten zumindest einige der vom Flur abgehenden Zimmertüren Glasscheiben haben, damit auch etwas Tageslicht einfällt und nicht nur auf künstliche Beleuchtung zurückgegriffen werden muss.
Auch ein heller und pflegeleichter Bodenbelag werten den Flur optisch auf. Fliesen- oder Holzböden unterstreichen den Charakter eines Flurs als repräsentativen Raum. Zu kleine Fliesen eignen sich allerdings nicht für kleine Flure: Sie lassen den Raum unruhig wirken und stören so den ansonsten positiven Effekt der anderen Einrichtungselemente.
Um den ersten guten Eindruck abzurunden, können auch im Flur einige Accessoires dazu beitragen, dass sich Bewohner und Besucher gleich wie zu Hause fühlen: Ein frischer Blumenstrauß, ein schönes Bild oder eine Bodenvase machen auch bei schlechtem Wetter gute Laune.